Cushing Syndrom / Morbus Cushing
Allgemein wird das Cushing Syndrom durch eine Hyperplasie oder eines Adenoms (gutartiger Tumor ) in einem Teil der Hypophyse ( Pars intermedia) verursacht.
Pferde mit klassisch langem, dicken und manchmal lockigen Haarkleid werden durch dieses Symptom oftmals von allein erkannt. Allerdings ist im Laufe der Jahre, sehr deutlich geworden, dass oftmals vor dieser abnormalen Haarentwicklung bereits die ersten Symptome auftreten.Dies kann z.B ein Hufreheschub aus unerklärlichen Gründen im Herbst sein. Deshalb kann ich Ihnen nur anraten bei einer Hufrehe eine Cushing Diagnostik zu veranlassen um eine frühzeitige und effektive Behandlung zu ermöglichen.
Symptome von Cushing:
♦ Muskelverlust- am deutlichsten über der Rückenlinie
♦Lethargie
♦ vermehrte Futteraufnahme
♦häufig Gewichtsabnahme
♦vermehrte Wasseraufnahme und urinieren
♦Erhöhte Infektionsanfälligkeit
♦Hufrehe vorkommend im Herbst
♦in fortgeschrittenen Fällen langes, dichtes und welliges Haar, im Frühjahr meist kein Fellwechsel
Von der Hypophyse werden Hormone abgegeben, die für das funktionieren von anderen Drüsen zuständig sind.Das ACTH steuert die Produktion und die Sekretion von Steroidhormonen. Bei Cushing ist nicht das ACTH das einzige Hormon, das erhöht ist.
Cortisol ist für eine Reihe von normalen gesunden Reaktionen verantwortlich. Im Laufe des Tages ändern sich die Cortisolwerte. Cortisol steigt mit Fasten und Ruhe und hilft den normalen Blutzucker beizubehalten.Cortisol ist ein wichtiger Regulator des Immunsystems und stimuliert die Entgiftung über den Weg der Leber.. Dies sind normale und sehr vorteilhafte Auswirkungen von Cortisol.
Bei Cushing Pferden ist aufgrund von ACTH die Cortisol - Produktion erhöht und es kann schon ein gewisser Grad einer Insulin -Resistenz vorhanden sein. Diese vermehrte Cortisol-Produktion bewirkt eine Immunschwäche, somit ist die Anfälligkeiten gegenüber Infektionskrankheiten erhöht.
Im Herbst treten Insulin und Glukose Schwankungen durch erhöhtes ACTH bei Cushing Pferden auf, diese können an Hufrehe erkranken. Bevor dies bekannt war hat man immer den hohen Zucker und Fructangehalt im Gras dafür verantwortlich gemacht. Diese saisonbedingte Änderung des ACTH Anstiegs ist bei allen Pferden im Herbst (August bis November) vorhanden und muß bei den endokrinen Testergebnissen des Blutes berücksichtigt werden.Cushing erkrankte Pferde haben das ganze Jahr über erhöhte ACTH Werte.Die Herbsthufrehe ist oft das erste Anzeichen des frühen Cushings, im fortgeschrittenen Cushing Stadium ist dann das Symptom der Fellveränderungen ( langes, welliges Haar) vorhanden.
Höheres ACTH bedeutet, dass mehr Cortisol produziert wird. Cortisol wirkt sich vasodilatorisch auf die Blutgefässe im Huf aus, dies ist aber nicht der alleinige Auslöser für die Entstehung der Hufrehe.Cortisol hat Einfluss auf die Insulin-Resistenz und kann diese sogar verschlimmern, deshalb sind bei diesen Pferden oftmals erhöhte erhöhte Insulin und Glukose Werte festzustellen.
Welche Pferde sollen im Herbst getestet werden, oder die Pergolideinstellung angepasst werden?
► Pferde die im Spätsommer oder im Herbst an Hufrehe erkranken.
►Alle Insulin Resistenten (IR) Pferde in allen Alterklassen können einen ACTH Anstieg entwickeln.
►Cushing erkrankte Pferde auch wenn der ACTH Wert zu anderen Zeiten im Jahr kontrolliert wird. Gerade diese Pferde entwickeln oftmals im Herbst extrem hohes ACTH, wenn die Pergolid Dosis nicht ausreichend ist (Pergolidanpassung). Hohes Hufreherisiko!
►Pferde die im Spätsommer oder Frühherbst an einem unerklärlichen Gewichtsverlust leiden, viel Trinken und vermehrt urinieren, Schwellungen am Euter festzustellen sind.
Labordiagnostik: Endogene ACTH Bestimmung
Grundvoraussetzung für die Genauigkeit des Laborergebnisses ist eine:
- korrekte Vorbereitung des Pferdes.
- korrekte Probengewinnung.
- korrekter Versand
Der optimale Zeitpunkt der Blutentnahme sollte zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr liegen.
Zur Blutprobenentnahme muß ein EDTA Röhrchen verwendet werden. Hier bitte Füllhöhenmarkierung beachten!
Durch vorsichtiges Schwenken mischen, danach kühlen.
Innerhalb von 4 Stunden 5-10 Minuten zentrifugieren. Anschliessend überstehendes EDTA Plasma in ein Kunststoffröhrchen abpipettieren und Plasma (0,5 ml) einfrieren.
Für den Transport wird ein spezieller Kühlbehälter vom Labor zur Verfügung gestellt. Optimal wäre ein Kurierdienst zur Abholung , da die Blutplasma-Probe gefroren im Labor eintreffen sollte!
Laborergebnis - was ist bei der Auswertung zu beachten? ( Fortsetzung folgt, schauen Sie wieder vorbei.)