· 

Pferde-Cushing-Krankheit (PPID) behandeln: Symptome, Diagnose und moderne Therapiemöglichkeiten für ein gesundes Pferdeleben

 

Pferde-Cushing-Krankheit / PPID: Früher ein Todesurteil, heute behandelbar

 

Die Diagnose der Pferde-Cushing-Krankheit (PPID) war früher oft ein Todesurteil für betroffene Pferde. Heute können diese Tiere jedoch mit der richtigen Behandlung ein langes, gesundes und nützliches Leben führen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich die Behandlungsmöglichkeiten erheblich verbessert haben. Während unkontrollierte Hufrehe früher die häufigste Todesursache oder der Grund für die Euthanasie bei PPID-Pferden war, tritt sie bei der heutigen Behandlung dieser Krankheit nur noch selten auf. Der Unterschied liegt in der Art und Weise, wie diese Pferde heute unterstützt und therapiert werden.

Was ist die Cushing-Krankheit (PPID)?

 

Der Begriff "Cushing-Krankheit" geht auf den amerikanischen Arzt Dr. Harvey Cushing zurück, der die Symptome erstmals 1932 bei Menschen beschrieb. Die Erkrankung beim Pferd wird durch eine Hyperplasie (Vergrößerung) oder einen Adenom (gutartigen Tumor) in einem Teil der Hypophyse, dem Pars intermedia (intermediärer Lappen), verursacht. Daher ist der genauere Begriff für die Pferde-Cushing-Krankheit Hypophyse-Pars-Intermedia-Dysfunktion (kurz: PPID).

Pferde mit fortgeschrittenem PPID und den damit verbundenen klassischen Fellveränderungen werden oft allein aufgrund dieser Symptome erkannt. In den Anfangsstadien der Krankheit waren diese Veränderungen das wichtigste Anzeichen für eine Diagnose. Durch das wachsende Wissen über frühe Symptome konnten aufmerksame Pferdebesitzer und Tierärzte jedoch viele Fälle von PPID frühzeitig identifizieren und so eine rechtzeitige und wirksame Behandlung einleiten, bevor es zu Hufproblemen wie Hufrehe kam.

Frühlings- und Herbstsymptome

 

Ein weiteres charakteristisches Merkmal von PPID ist der saisonale Anstieg des ACTH (adrenocorticotropes Hormon) im Herbst. Dieser wurde erstmals von einem Tierarzt in der ECIR-Gruppe dokumentiert, nachdem er feststellte, dass ein Pferd wiederholt Phasen von Hufentzündungen (Hufrehe) zeigte, die mit dem Herbstanfang in Verbindung standen. Herbst- Hufrehe gilt mittlerweile als frühes Anzeichen von PPID, da der saisonale Anstieg des ACTH bei vielen betroffenen Tieren eine Verschlechterung der Symptome zur Folge hat.

Zusammenhang mit Insulinresistenz

 

Ein weiteres häufig auftretendes Problem bei PPID-Pferden ist die Insulinresistenz (IR). Pferde, bei denen eine Insulinresistenz diagnostiziert wurde, entwickeln oft auch PPID, wenn diese Erkrankung nicht durch eine entsprechende Diät kontrolliert wird. Leider wurde bei vielen dieser Pferde die Diagnose nicht gestellt, da die Symptome von PPID zunächst nicht erkannt wurden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht alle PPID-Pferde auch insulinresistent sind.

Frühe Symptome erkennen

 

Zu den subtilen Anzeichen von PPID gehören unter anderem Gewichtsverlust oder Muskelabbau, besonders entlang der oberen Linie des Pferdes, der von einem insgesamt „dicken“ Aussehen begleitet sein kann. Auch die Fellveränderungen, wie besonders lange, grobe oder dicke Haare im Winter, gehören zu den typischen Anzeichen. Diese Veränderungen werden oft fälschlicherweise auf ungewöhnliche Wetterbedingungen, eine verzögerte Frühlingshaarmuster oder schlichtes Alter zurückgeführt.

Erfahrene Tierärzte haben jedoch erkannt, dass eine Kombination dieser Symptome, zusammen mit saisonaler Hufrehe, bereits frühe Hinweise auf PPID sein kann. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung dieser Symptome können den Krankheitsverlauf erheblich verbessern und verhindern, dass es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Hufrehe kommt.

Fazit

 

Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmethoden ist es möglich, Pferden mit PPID und Insulinresistenz (IR) zu einem langen und gesunden Leben zu verhelfen. Der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Erkennung der Symptome und einer konsequenten Therapie, die individuell auf das Pferd abgestimmt wird. Pferde, die unter PPID leiden, müssen nicht mehr zwangsläufig ihre Lebensqualität verlieren oder vorzeitig eingeschläfert werden, sondern können bei richtiger Pflege weiterhin aktiv und produktiv bleiben.

Fortsetzung folgt..