Cushing beim Pferd: Behandlung, Medikamente und alternative Ansätze
Die PPID (Hypophysen-Pars-Intermedia-Dysfunktion) – auch als Pferde-Cushing-Krankheit bekannt – ist eine hormonelle Erkrankung, die vor allem ältere Pferde betrifft. Sie entsteht durch den Verlust bestimmter Nervenzellen im Gehirn, die normalerweise Dopamin produzieren. Dieses Dopamin hemmt in der Hypophyse die Ausschüttung verschiedener Hormone.
Fällt diese Kontrolle weg, kommt es zu einer Überproduktion von Hormonen, was die typischen Symptome der Erkrankung auslöst.
In diesem Artikel erfährst du, welche Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente und alternativen Ansätze es bei Cushing gibt.
Ziele der Cushing-Behandlung
Die Behandlung von PPID verfolgt grundsätzlich drei Hauptziele:
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Kontrolle der Symptome
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Regulierung der übermäßigen Hormonausschüttung
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Vorbeugung von Hufrehe (Laminitis)
Um die Therapie optimal anzupassen, werden regelmäßig die ACTH-Werte im Blut kontrolliert. Gleichzeitig sollte das Pferd aufmerksam auf klinische Symptome beobachtet werden.
Für eine möglichst gute Langzeitprognose sollten die Hormonwerte möglichst nah am Normalbereich liegen – idealerweise nicht über der Mitte des Referenzbereichs des Labors. Häufig muss die Medikamentendosis im Jahresverlauf angepasst werden, da hormonelle Schwankungen saisonal auftreten können.
Medikamentöse Therapie bei PPID
Prascent – Standardmedikament bei Cushing
Das derzeit wichtigste und wirksamste Medikament zur Behandlung von PPID ist Pergolidmesylat.
Prascent wirkt als Dopamin-Agonist. Das bedeutet, es imitiert die Wirkung von Dopamin im Gehirn und hilft dadurch, die übermäßige Hormonproduktion der Hypophyse zu kontrollieren.
Eigenschaften der Behandlung:
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sehr wirksam zur Kontrolle der Symptome
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reguliert die ACTH-Produktion
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wird oral als Tablette verabreicht
Typische Dosierung:
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Anfangsdosis: etwa 0,5–1 mg pro Tag für ein durchschnittliches Pferd
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in Einzelfällen können deutlich höhere Dosierungen erforderlich sein
Tierärzte passen die Dosierung individuell an und kontrollieren regelmäßig die Hormonwerte.
Sicherheit der Medikamente
Prascend wurde 2007 beim Menschen teilweise vom Markt genommen, weil ein Zusammenhang mit Herzklappenveränderungen und Lungenfibrose vermutet wurde.
Bei Pferden wurden diese Nebenwirkungen bisher nicht nachgewiesen.
Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten Mutterkorn-Derivate, allerdings besitzt Prascent selbst nicht die typischen Nebenwirkungen dieser Substanzen.
Mögliche Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen von Prascent sind:
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Lethargie oder depressive Stimmung
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Appetitlosigkeit
Diese Erscheinungen werden häufig als „Prascent-Schleier“ bezeichnet.
In den meisten Fällen sind sie vorübergehend. Eine langsame Einführung des Medikaments kann helfen, diese Nebenwirkungen zu vermeiden.
Typisches Einschleichschema:
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Start mit 0,25 mg täglich
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alle 3 Tage Erhöhung um 0,25 mg
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bis die gewünschte Anfangsdosis erreicht ist
Viele Pferde zeigen nach einigen Tagen bereits eine Verbesserung von Energie und Verhalten.
Behandlung während des saisonalen ACTH-Anstiegs
Im Herbst kommt es bei vielen Pferden zu einem natürlichen saisonalen Anstieg des ACTH-Spiegels.
Wenn ein Pferd in dieser Zeit:
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erhöhte ACTH-Werte zeigt oder
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zu Hufrehe im Herbst neigt,
kann eine saisonale Behandlung mit Prascent von August bis Mitte Dezember sinnvoll sein.
Solche Pferde befinden sich möglicherweise bereits im Frühstadium von PPID.
Alternative Therapie: Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Ein häufig verwendetes pflanzliches Ergänzungsmittel bei Cushing ist Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus).
Dieses Kraut wirkt im Körper als:
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Prolaktinhemmer
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Dopamin-Agonist
Ergebnisse aus Studien
Mehrere Studien haben die Wirkung untersucht:
Feldstudie (1999)
In einer 11-monatigen Studie mit zehn Pferden zeigten sich:
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besserer Fellwechsel
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mehr Energie und Aktivität
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mögliche Schmerzlinderung bei Hufrehe
Allerdings zeigte sich im Herbst, dass Pferde mit fortgeschrittener PPID erneut Symptome entwickelten.
Vergleichsstudie (2002)
Eine Studie verglich Mönchspfeffer direkt mit Prascent.
Ergebnis:
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keine zuverlässige Senkung der ACTH-Werte
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keine signifikante Verbesserung klinischer Symptome bei fortgeschrittenen Fällen
Britische Langzeitstudie
Auch hier zeigte sich:
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Verbesserung der Symptome
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aber keine zuverlässige Kontrolle der Hormonproduktion
Das bedeutet, dass der Tumor der Hypophyse weiterhin wachsen kann.
Fazit
Die wichtigsten Erkenntnisse zur Behandlung von PPID:
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Prascent ist derzeit die effektivste Therapie.
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Regelmäßige ACTH-Kontrollen sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.
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Pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer können Symptome verbessern, ersetzen aber keine medikamentöse Behandlung.
Wird Prascent zu spät eingesetzt, sind häufig höhere Dosierungen notwendig, und die Kontrolle der Hormone wird schwieriger.
Deshalb gilt: Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend für die Lebensqualität des Pferdes.
